Entspannt zum Spiel und wieder nach Hause – Neues Angebot der Bahn: Spezieller Waggon für Fußball-Fans

Frankfurt/Kröpftelding (kd24) : Es ist ein immer wiederkehrendes Ärgernis an den Spieltagen der deutschen Fußball-Profiligen. Bahnreisende möchten gemütlich im Bord-Bistro einen leckeren Cappuccino trinken oder ein exklusives Chili con Carne verspeisen und dann das: Auf dem Weg in das Zugrestaurant treffen sie auf Horden von alkoholisierten Fangruppen, die auf dem Weg zum Auswärtsspiel ihres Lieblingsklubs sind. Ein Problem, das jetzt auch die Bahn erkannt hat und in einem zweijährigen Modellversuch in den Griff bekommen möchte.

Problem erkannt! – Problem gebannt?

„Seit Einführung der Fußball-Bundesliga (1963 Anm. d. Red.) werden wir nahezu jedes Wochenende mit diesem Problem konfrontiert.“ Sagt ein Sprecher der DB Fernverkehr AG und fügt stolz hinzu: „Nach jahrzehntelangen Feldstudien ist es uns nun gelungen, ein Service-Konzept auszuarbeiten, das den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht werden kann. Ab kommender Saison werden wir an den Spieltagen direkt an das Bord-Bistro einen Wagen mit speziellen Angeboten für reisende Fangruppen anhängen.“ Diese Wagen seien dann so konzipiert, dass man Fangruppen und „normale“ Reisende mit Hilfe einer baulichen Trennung separat in das Bord-Bistro führen, bzw. bedarfsgerecht versorgen könne, führt der DB-Sprecher weiter aus.

Win-Win-Situation für Passagiere

Dieses Angebot der Bahn könnte demnächst auch für die Anhänger des FC Borussia Alt-Kröpftelding interessant werden. Stehen die hiesigen Kicker doch kurz vor dem Aufstieg in die 3. Liga. Der Vorsitzende des Fan-Clubs ‚Grün-Gelbe Brut Kröpftelding‘, Kevin Glatz, ist auch schon gespannt: „Endlich denkt da bei der Bahn mal jemand mit. Wir sind es nämlich langsam leid, von den ach so feinen Herrschaften in den Zügen als asoziale Alkoholiker und Schlägerpack beschimpft zu werden. Solche unnötigen verbalen Provokationen können dann schon mal mit körperlichen Verweisen geahndet werden und dann heißt es wieder: Siehst Du, immer wieder diese Fans.“

Auch Marius von Procktorff-Keulenschlag, Sprecher der Vereinigung Intelektueller Passagiere (V.I.P.) zeigt sich verhalten optimistisch: „Endlich kann man wieder ohne Gefahr für Leib und Leben auch an den Wochenenden ganz ohne Polizeischutz das Bord-Bistro visitieren.“ Von Procktorff-Keulenschlag rückt seinen Flanellschal zurecht und ergänzt süffisant: „Wir haben ja nichts gegen diese Leute, aber wenn die mal was getrunken haben … Also ich kann mich auch ohne Alkohol bei einem leckeren Kräutertee und einem guten Gespräch über die Limericks des Dalai Lama prächtig amüsieren … Na ja, muss jeder für sich entscheiden …“

An Kleinigkeiten muss noch gefeilt werden

Einige logistische Kleinigkeiten seien allerdings noch zu regeln, räumt der DB-Sprecher auf Nachfrage ein. So sei noch nicht abschließend geklärt, wie man die Versorgung der Fußball-Anhänger mit den notwendigsten Reiseutensilien, wie z. B. Bier und Bratwurst sicherstellen könne. Eine Überlegung sei es eine „Druckbetankungs-Pipeline direkt vom Zapfhahn des Bord-Bistro in den Fan-Bereich zu legen sowie einen Elektrogrill direkt an den Stromabnehmer der Oberleitung anzuschließen, um quasi blitzschnell Bratwürste in der gewohnt verkohlten Stadionqualität anbieten zu können.“ Hier arbeite man ganz eng mit diversen Groß-Caterern aus der ersten und zweiten Liga zusammen, um von deren Know how zu profitieren. „Schließlich wissen die ja am besten, wie man Lebensmittel besonders ungenießbar zubereitet.“ Gibt der DB-Sprecher weitergehenden Einblick in die logistischen Überlegungen seines Unternehmens.

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