‚Nichts‘ als Kunst – ‚Unmodern Art Gallery‘ Kröpftelding entdeckt Marktnische

Kröpftelding (KD24) – „Meine Damen und Herren: Wie Sie sehen, sehen Sie ‚Nichts‘!“ Mit diesen Worten führt die Leiterin der ‚Unmodern Art Gallery‘ (UAG) Kröpftelding, Eleonore Bisswang von Kleienschwend, Kaufinteressierte Kunstliebhaber zu dem neuesten Kunstwerk im Portfolio der UAG.

Neue Wege gehen

Mit dem ‚Nichts‘ möchte die UAG neue Akzente im kommerziellen Kunstbetrieb setzen. „Wir stehen mit unserer innovativen Geschäftsidee noch ganz am Anfang.“ erläutert Bisswang von Kleienschwend die Intention, sich für ‚Nichts‘ zu begeistern. „Das tolle daran ist, dass wir die Werke von ‚Niemand‘ produzieren lassen können, ergo weder Material- noch in irgendeiner Form Personalkosten anfallen. Der Erlös geht also zu 100 Prozent in unseren Besitz über.“ Die Leiterin der UAG kann sich ein schelmisches Grinsen nicht verkneifen: „Auch die Installation beim Kunden vor Ort ist eher so eine Art ‚Self consumer acting‘. Wir müssen dem geneigten Kunstliebhaber nur sagen, er soll eine vorher definierte Flächengröße frei räumen, damit wir dann bei ihnen ‚Nichts‘ anliefern und aufstellen können. Ich fahre dann dort hin, messe die Fläche aus und fertig: Das War’s.“

Kröpfteldinger Kulturwelt ist unentschieden

Die Meinungen und Reflexionen über die Aktion der UAG stoßen in den hiesigen Fachkreisen und Kulturvereinen auf ein geteiltes Echo.

Der Kulturwissenschaftler der Kröpfteldinger Hochschule für bildende Kunst (Hobi Ku), Dr. Swantje Schwolo ist von der Cleverness der UAG-Betreiber angetan: (Meines Wissens gab es in der Kulturhistorie noch keine vergleichbare Aktion, die potentiellen Kunden mit so wenig Aufwand so viel Geld aus der Tasche gezogen hat.“ Den künstlerischen Wert sieht Dr. Schwolo aber eher überschaubar: „‘Niemand‘ stellt ‚Nichts‘ her. Was soll das sein? Aus kulturwissenschaftlicher Sicht kann ich damit nicht viel anfangen.“

Ganz anders dagegen Birte Bachmoser vom Kröpfteldinger Kunstverein ‚Die blauen Tulpenstengel e.V.‘: „Ich finde es faszinierend, wie man aus so wenig so viel machen kann. Kunst soll ja erst durch den Betrachter einen Sinn bekommen und zum reflektieren anregen. Lassen Sie mal ‚Nichts‘ auf sich wirken. Da sind Sie ganz bei sich. Da können Kunst und Meditation sogar eine heilvolle Symbiose in unserer heutigen hektischen Welt eingehen. Ich überlege mir auf jeden Fall ‚Nichts‘ zu erwerben.“

Rechtlicher Graubereich

Was ist, wenn es Kunden gibt, die mit dem gekauften ‚Nichts‘ unzufrieden sind und den Kaufvertrag innerhalb der gesetzlichen Fristenwieder stornieren wollen? Der Rechtsanwalt der ‚UnmodernArt Gallery‘ Kröpftelding kann darauf keine eindeutige Antwort geben: „So einen Fall gab es meines Wissens noch nicht. Außerdem: Wie wollen Sie als Kunde einen Anspruch anmelden? Mit einer Klage, dass ich ‚Nichts‘ von ‚Niemand‘ gekauft habe und jetzt auch wieder ‚Niemand‘ ‚Nichts‘ zurücknehmen soll? Ich habe da so meine Zweifel.“

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