Große Aufregung rund um das ‚Philosophen Eck‘ in Kröpftelding – Ist das jetzt die Lösung aller Weltprobleme?

Kröpftelding (kd24) – Der mitternächtliche Platz vor der Gaststätte ‚Philosophen Eck‘ im Kröpfteldinger Vorort Weniggroß ist hell erleuchtet. Schwarze Limousinen fahren vor, Männer in dunklen Anzügen steigen aus und hasten in die Gaststätte. Dutzende Nachrichtenkorrespondenten und Kamerateams umschwirren die Szenerie. Eigentlich sollte es ein ganz normaler Donnerstagabend sein, doch dann kam alles anders. Schuld daran: ein Stammtischbruder und sein Bierdeckel.

„Eigentlich begann alles wie immer“

Der Inhaber des ‚Philosophen Eck‘ Karl-Heinz Biermark ist immer noch verstört: „Es war eigentlich wie immer. gegen 19 Uhr kamen die ersten Mitglieder des Donnerstag-Stammtisch ‚Pils Palaver‘, bestellten sich ihre Bierchen und Schnäpsschen, setzten sich dort hinten hin und begannen zu philosophieren wie üblich. Sie wollten wie jede Woche die Probleme dieser Welt hochprozentig professionell angehen und redeten sich mehr und mehr in Rage Aber dann: Plötzlich sprang der Plauzen Paule auf, küsste seinen Bierdeckel und schrie hysterisch lallend so etwas Ähnliches wie: „Ich hab’s. Ich hab’s“, rülpste und fiel erst mal um.“ Anschließend sei alles ganz schnell gegangen, sagt Biermark: „Der Plauzen Paul hat sich wieder aufgerappelt, sein Handy gegriffen, einen Kollegen in Berlin anrufen lassen und jetzt sind die ganzen Regierungstypen hier. Schauen Sie sich das Chaos an. Die Kerle drehen mir meine Kneipe auf links.“

Alles Top Secret

Gwendolyn G. Sabbelmann vom Berliner Öffentlichkeitsreferat der Sonderkommission für besondere Besonderheiten steht derweil den versammelten Reportern Rede und Antwort: „Da hatten wir richtiges Glück, dass der Gast des ‚Philosophen Eck‘ mich noch im Büro erreicht hat. Ich war gerade dabei, mit meinem Chefsekretär vor dem Feierabend noch einige wichtige Dinge zu vertiefen, als mich diese unglaubliche Nachricht erreichte. Über die weitere Vorgehensweise unsererseits kann ich nur so viel sagen: Ein erster Blick auf das Schriftstück war für uns sehr verstörend. Wir werden aber sowohl den Bierdeckel als auch den Verfasser der Schrift mit in unsere Labors nehmen und beide auf Herz und Nieren sowie Leber und Milz analysieren. Vielleicht müssen wir uns auch erst einmal in den Zustand trinken, den der Verfasser beim Erstellen der Nachricht hatte, um seine Gedankengänge nachvollziehen zu können. Das könnte viel Zeit in Anspruch nehmen und eventuell auch einige alkoholische Kollateralschäden nach sich ziehen. Alles Weitere bleibt aus ermittlungstaktischen Gründen aber erst einmal Top Secret.“

Kann es wirklich am Schnaps gelegen haben?

Pauls Freunde vom ‚Pils Palaver‘ sind dagegen etwas auskunftsfreudiger: „Nein. Was auf dem Bierdeckel steht, kann ich Ihnen leider auch nicht sagen. Den hat der Paul nicht mehr aus der Hand gegeben. Was ich aber sagen kann ist, dass er heute – nicht wie sonst immer – seinen üblichen Donnerstags-Schnaps zu seinem Pils bestellt hat, sondern unbedingt dieses neue hochprozentige Zeugs; ich glaube ‚Esoterico‘ oder wie das heißt, trinken wollte.“ Diktiert einer der Stammtischbrüder den anwesenden Journalisten in die Notizblöcke und Mikrofone.

Ein anderes Mitglied von ‚Pils Palaver‘ ergänzt: „Ja. nach dem ersten Glas von diesem Teufelszeug hat der fast Feuer gespuckt und ganz schön geröchelt. Aber mit jedem Glas wurde das dann geschmeidiger. Zwar konnte der Paule irgendwann nicht mehr sprechen … da hat er sich den Stift bringen lassen, irgendwas auf seinen Deckel gekritzelt und was dann passiert ist, sehen sie ja hier.“

Der nächste ‚Pils Palaver-Bruder‘ fügt hoffnungsvoll hinzu: „Vielleicht hat das ja jetzt endgültig auf einer Art philosophischen metaphysischen Ebene bewiesen, dass Alkohol doch eine Lösung sein kann.“ Und schiebt noch ungläubig hinter her: „Da philosophierst du dir Woche für Woche die Hirnrinde wund, gibst alles am Glas und dann säuft der Paule einmal dieses Zeug und haut einfach so einen raus … Wahnsinn!“

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